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.. tatsächlich gehört Klös zu denjenigen, die immer noch da sind, wenn diese und jene "Zeitgeistsau" durchs Dorf getrieben worden ist und deren Silhouetten längst am Horizont verblassen.
Vor exakt 30 Jahren, als 28 jähriger, hat der die Sicherheit eines erlernten Brotberufes aufgegeben und sich als freischaffender Künstler etabliert, dessen Kunstfertigkeit und unaufgeregte, immer sinnliche Handschrift schon lange ein eingetragenes Markenzeichen im Kanon der zeitgenössischen Kunst geworden ist.

(es soll jetzt hier keine große Jubiläumslaudatio erfolgen, es sei nur kurz einmal darauf verwiesen, dass jeder Möbelmarkt schon sein 5jähriges Bestehen für ein Zeichen außergewöhnlicher Beständigkeit hält, und dass es eben auch nicht selbstverständlich ist, dass ein Künstler ein Leben lang von seiner Arbeit leben kann, ohne Kompromisse einzugehen und sich den aktuellen Moden zu unterwerfen.)

Mit ‚Wein, Weib und Gesang’ könnte man die Stränge des Klösschen Werks bezeichnen, denn auch das Krächzen der von ihm so häufig portraitierten Raben ist ja die Entäußerung eines Singvogels. Sänger sind aber auch die von ihm portraitierten Musiker, denen er, selbst ein passionierter E-Gitarren-Spieler mit Band, auf Bitten und im Auftrag der Büchergilde radierte Hommagen gewidmet hat: Bob Dylan, den er verehrt, John Lennon, Jimmy Hendrix, Jim Morrison, Janis Joplin, Keith Richards und ganz neu Patti Smith und Frank Zappa.

Seine Auseinandersetzung mit dem meist weiblichen Akt ist stilsicher, humorvoll und sinnlich, und sie verrät viel von der Lust des Künstlers am prallen Leben – die ihn schließlich auch dazu gebracht hat, seine in langen Jahren vor allem in der zweiten Heimat Südfrankreich gesammelten Rezepte auf äußerst unterhaltsame Weise in dem prächtig illustrierten Künstlerbuch ‚Hokaido’ zugänglich zu machen.

Unsere Ausstellung zeigt auch, dass Klös ein splendider Maler ist, seine Arbeiten sind so begehrt, dass kaum etwas zu ergattern ist. Jetzt hat er einige Radierungen geschaffen, die nur die Konturen einer Figur wiedergeben, und hat diese auf sehr unterschiedliche Art übermalt. Jedes Mal entsteht ein völlig neues Bild, und wenn man es nicht wüsste, würde man die Beziehung zur nächsten Übermalung nicht automatisch herstellen.

Wolfgang Grätz, Büchergilde Artclub, 2010